Am Samstag den 22. Juni 2002 war es soweit einer erlesene Auswahl Randgruppler, bzw. alle Randgruppler die eben Zeit hatten, traffen sich bei der Villa Kunterbunt im Frauenland ("Ich hab ein Haus, zwei Bienen und ne Kanne Tee"). Nach der ersten Runde Mannschaftsfreundlicher Kommunikation ging es in zwei Gruppen Richtung Kitzingen. Gruppe "Decathlon" und Gruppe "Prosselsheim". Das gleichzeitige Ankommen in Kitzingen erklaert im uerbigen den Namen der zweiten Gruppe. In Kitzingen teilten wir uns erneut in zwei Gruppen auf. Gruppe "Spione", die die Gegner unter die Lupe nehmen und die Regeln auskundschaften sollte und Gruppe "Plastigtuete", die an Siggis Arbeitsplatz die torlosen Minuten des Tuerkei Spiels schauen und lecker Eiskaffe zu sich nehmen sollte. Mit quietschenden Reifen zurueck am Fussi-Platz, war die Mannschaft komplett.
Aufstellung
Cantona
Brazzo----Siggi------Binzi
Krueger---Martin
Pettersson-------------------Andreas
vs. Orthopaedie-fachverkauf Koller
Als einzige Mannschaft mit nur einem Auswechsel Spieler stuerzten wir uns in die ersten 20 Minuten bei deutlich mehr als 20 Grad im Schatten, den es auf dem Feld ohnehin leider nirgends gab. Die Regeln waren knallhart, aber aehnlich wie bei unseren Sonntags-Trainingseinheiten: Kein Abseits und kein Rueckpass, nur das Einrollen statt Einwurf machte uns zu schaffen, allen voran Brazzo. Dank hervorragender Strategie und koreanischem Mannschaftsgeist fanden wir uns von Anfang an bestens zu recht. Die Abwehr stand sicher, Cantona war arbeitslos. Es sollten die 20 Minuten des Martins werden, des grossen Martins, des Tischtennis-Martins, des Sinologen-Martins oder unter welchem Namen auch immer ihr ihn kennt. Nach Zauber-Flanken von Krueger und Pette und einem herrausragenden Sole war der Hattrick perfekt. Die Randgruppe fuehrte mit 3:0. Ploetzlich sprach man von uns. Schaut die Gelben, zunaechst unscheinbar, fuehren sie schon mit 3:0. Waehrend Krueger in der Form seines Lebens war und diesmal noch knapper am Tor vorbeischoss als sonst, konnte Pette unbemerkt in den gegnerischen Strafraum eindringen und zum Endstand von 4:0 erhoehen. (Der Fairness halber sei erwaehnt, dass Krueger eine wirklich sensationelle Leistung bot und lediglich einmal knapp das Tor verfehlte :)
vs. Alte Herren Wiesentheid
Von unserem Sieg befluegelt und bereits wie so oft mathematisch in die naechste Runde gerechnet ging es gegen unseren naechsten Kontrahenten. Die alten Menschen aus Wiesentheid. Alle freuten sich innerlich auf den naechsten Sieg und Andreas freute sich im speziellen darueber, dass wir einen neuen Schiedsrichter hatten, der ihn noch nicht kannte. Nach erstem Abtasten war schnell klar: Diese alten Menschen mussten schonmal Fussball gespielt haben, als sie noch jung waren. Unglaublich gutes Stellungsspiel und Gefuehl am Ball, draengten uns immer wieder in die Offensive. Libera Siggi war mehr den je gefordert, stand ihre Frau aber hervorragend. Leider zog sie sich nebenbei eine leichte Hueftzerrung zu. Aufgrund der geringen Zahl an Auswechselspielern musste sie spaeter allerdings weiterspielen. Zunaechst aber kam Wunderwaffe Brazzo fuer sie auf den Platz und verdutzte die alten Menschen mit seinem Lokomotiventrick, ein Hoch auf den Luky Luke des Fussballs. Leider war die Abwehr aufgrund des starken Drucks nicht mehr in der Lage mit aufzuruecken und konnte die Baelle nur noch Richtung Sturm kicken. Die Stuermer konnten leider auch keinen Konter in ein Tor verwandeln und so kam es wie es kommen musste: Am Ende stand es 1:0 fuer die alten Herren aus Wiesentheid. Eingige Sportgetraenke spaeter erkannten wir auch den Grund fuer unsere Niederlage. Alles stand schwarz auf weiss im Horoskop einer Kitzinger-Lokalzeitung.
vs. Crazy Soccer
Dank unserer akkustischen Unterstuetzung gelang es den Othopaedischen Unterhosen der Firma Koller doch tatsaechlich einen 1:0 Rueckstand in einen 2:1 Zittersieg gegen die alten Menschen aus Wiesentheid umzubiegen. Respekt Jungs, da habt ihr wirklich fein gekaempft. Ploetzlich war fuer uns alles wieder offen. Einziges Problem unser letztes Spiel ging gegen Crazy Soccer. Fuer alle die es nicht wissen: Crazy Soccer ist sowas wie eine arrogante Gruppe 20 jaehriger Landesliga-Spieler die auf den Platz geht und meint, wir schlagen euch 7:0. Unser Ziel war es allerdings nur 4:0 zu verlieren. An einen Sieg war nicht wirklich zu denken, waren die anderen doch juenger, konditionell besser und auch spielerisch leicht ueberlegen. Nun ja dafuer sehen wir besser aus und haben Freunde. Das Spiel wurde zu einer wahren Abwehrschlacht und Cantona musste einige seiner besten Paraden auspacken, um die Uebermacht zunaechst abzublocken. Nach etwa 10 Minuten viel dennoch das 1:0 und man merkte langsam, dass wir vier Auswechselspieler weniger hatten, als die Jungs mit dem Mad Cow Disease oder wie sie gleich wieder hiessen. Es fielen zwei weitere Tore und als schliesslich ein Handtor a la Maradonna vom Schiedsrichter mit der Begruendung "Ein bischen Spass muss sein" als regulaeres Tor gegeben wurde, war fuer uns klar wie hier der Hase laeuft. Cantona hatte zusammen mit unseren Stuermen gegen Ende noch die beste Torchance, als er in einer Mischung aus Verzweiflung und jugendlichem Leichtsinn aus dem Tor richtung gegnerischem Strafraum draengte. Unterm Strich verloren wir leider mit 6:0 (auch wenn die Kitzinger Zeitung anderes behauptet), immerhin ein Tor besser als angekuendigt, allaebaetsch. Dennoch war das Turnier fuer uns aufgrund eines schlechteren Torverhaeltnisses vorbei. Schade eigentlich, allerdings mussten wir auf diese Art nicht am Sonntag um 11:00 Uhr in Kitzingen sein.
Fazit
Alles in allem hatten wir wirklich Spass und das ist (zumindest fuer uns) das wichtigste an der ganzen Sache. Zudem haben wir noch wirklich schoenen Fussball gezeigt und den wohl schoensten Sieg der Vereinsgeschichte erzielen koennen. Alleine wegen der unterhaltsamen Heimfahrt mit Hueftenemma, Sozpaed-Krueger, Hypochonder-Pette, Fliegenfaenger-Cantona und Rumschmarr-Binzi hat sich der Tag mehr als gelohnt. Ein herzliches Dankeschoen auch an unsere Fotografin Frau Brazzo, deren richtiger Name mir leider nicht bekannt ist.