Am Samstag den 2. Februar 2002 war es endlich soweit. Der FC Randgruppe traff sich mehr oder weniger um 9 Uhr in der Wolfskehl-Halle in Wuerzburg zum 1. Beate-Uhse-Gedaechtnisturnier. Getreu unserem Motto "Schoen spielen tun die anderen.." warteten wir auf unser erstes Spiel gegen die unbekannten Groessen des Haeusle Oberplaefeld.

vs. Haeusle Oberplaefeld

Hochmotiviert stuerzten wir uns in die Partie gegen die Jungs vom Haeusle. Nach einer kurzen Abtastphase tunnelte Baggio den Oberplaefelder Torwart in der sechsten Minute auch frech zum 1:0. Seinen Siegestreffer kommentierte er spaeter mit "Da lupt de Aal", was wohl soviel heisst wie, geht mal einer zur Aral-Tankstelle und holt n paar Bier. Da keiner zu diesem Zeitpunkt wissen konnte, dass die Oberplaefelder das Turnierschlusslicht bilden sollten (und bei der Gelegenheit gleich Unmengen Kaba einheimsten), freuten wir uns natuerlich tierisch ueber unseren Sieg. Da es im uebrigen unser einziger werden sollte, freuen wir uns auch heute noch darueber. Weniger freuten wir uns ueber einen angebrochenen grossen Zehen von Petterson, fuer den das Turnier damit gelaufen war. Nichtsdestotrotz gingen wir siegessicher ins naechste Spiel.

vs. Beastie Boys

Als die Gegner ohne professionelle Trikots den Platz betreten, macht sich bei uns bereits die erste Siegeslaune breit. Als dann noch ein maximal zehnjaehrige Junge eingewechselt wurde, konnte ja quasi nichts mehr schief laufen. Der Kaiser erspielt sich gekonnt den Ball, laeuft alleine auf das gegnerische Tor zu, legt sich den Ball leicht auf seinen starken rechten Fuss vor, verheddert sich dabei allerdings leicht mit seinem schwachen linken Fuss und nun ja fliegt nach einigen spektakulaeren Ruderbewegungen im gegnerischen Strafraum mitten auf die Fresse. Der zehnjaehrige lacht kurz, wie auch die meisten anderen in der Halle (inklusive dem Kaiser, der vor lauter Lachen vergisst aufzustehen) und ehe wir uns umsehen verlieren wir ungluecklich mit 0:3. Der Kaiser kommentiert seinen ungewoehnlichen Koerpereinsatz mit den Worten: "Ich hab da glaub ich nen Schubs von hinten bekommen, irgendso ein Tritt und dann lag ich da." Einige Randgruppenfussballer glauben aber eher an die Theorie, dass der Kaiser eine Unebenheit im Hallenboden erkannt haben wollte und gerade dabei war diese Tatsache mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Da wir den mit Abstand groessten Kader hatten, fielen dem Gegner die Abgaenge von Mory, Petterson, Kaiser, Hannes und Sali zumindest optisch nicht wirklich auf, zumal wir von Hubi verstaerkt wurden. Frisch motiviert stuerzten wir uns also in unser drittes Spiel.

vs. Duke Boys

Wer von uns konnte schon ahnen, dass die Duke Boys unsere Schicksalsgegner werden sollten. Bis wir uns so richtig einigen konnten wer den nun spielt und vor allem warum, stand es urploetzlich 2:0 fuer die Duke Boys. Nach einer trickreichen Ecke von Hubi sorgte Diddi mit einem gewohnt eleganten Tor dafuer, dass wir den Anschluss nicht verloren. Einige Fouls der Duke Boys spaeter wachte auch Hubi allmaehlich auf und brachte das Leder nach einer Flanke von Baggio ebenso zielsicher wie laessig ins Netz. Der Ausgleich war da. Die Duke Boys wurden zunehmend nervoeser und konnten sich gegen Ende des Spiels ein weiteres Foul nicht verkneifen. Der Schiedsrichter entschied auf Vorteil und liess weiterlaufen. Binzi, der versehentlich im Sturm vor sich hintraeumte, trat erschrocken gegen den Ball und schoss ihn zum eigenen Erstaunen in den gegnerischen Kasten. Leider beendete der Zeitnehmer das Spiel, kurz bevor der Ball die Linie ueberquert hatte. Der Schiedsrichter konnte das Tor nicht mehr geben, da der Schlusspfiff nach seiner Meinung kurz vor dem Tor gefallen sei. Binzi's Kommentar spaeter: "Nun ja, ich pfeiff drauf...". Nach heftigem Fachgesimpel, das uns leider keine zusaetzlichen Punkte einbrachte, waermten wir uns in den Katakomben der Wolfskehlschule fuer unser naechstes Spiel auf.

vs. Shitkickers

Die Shitkickers verliessen kurz vor Anpfiff begleitet von einer ominoesen Rauchwolke ihre Umkleidekabine und trafen puenktlich auf dem Platz ein. Zum erstaunen aller Randgruppenfussballer, hatten sie ihr Auswaertstrikot uebergestreift und wir konnten erneut in unseren huebschen Trikots antreten. Uebermaessig motiviert, spielten sich die ersten Minuten beinahe ausschliesslich im Strafraum der Shitkickers ab. Erneut in der sechsten Minute tunnelte Baggio, der offenbar dachte, dass bei Hallenturnieren ausschliesslich Tunneltore zaehlen, den gegnerischen Torwart. Voller Enthusiasmus feierte die Bank das 1:0 und uebertoente dabei locker den Rest der Halle. Anschliessend folgten diverse Solos (Soli, Solen?) von Krueger, der dabei beinahe seine Rolle als Chancentod verloren haette. Auch zahlreiche Distanzschuesse konnten die Shitkickers, die wie auf Wolken zu schweben schienen, nicht aus der Ruhe bringen. Gegen Ende des Spiels passierte dann das unfassbare, die Shitkickers schossen bei einem Eckball vermutlich versehentlich einen ihrer Mitspieler an, von dessen Bein der Ball dann unhaltbar in unser Tor kullerte. Der 1:1 Endstand war erreicht. Obwohl wir nach stundenlangem Studieren der Ergebnisse zu dem Schluss kamen, bereits sicher um Platz 5 spielen zu koennen, wollten wir den Jungs von der Waschkuech einmal zeigen, wie man Fussball spielt.

vs. Post. Hum. Waschkuech

Nachdem zahlreiche Bestechungsversuche unsererseits gescheitert waren, mussten wir zu unserem Entsetzen feststellen, dass Oli Kahn doch nicht der groesste und gewaltigste Torwart Deutschland ist. Der spielt naemlich, was viele nicht wissen bei der Waschkuech. Cantona stellte vor dem Spiel ausserdem treffend fest: "Wir ueberlegen, ob wir Tore schiessen. Die ueberlegen wie." Nun ja die Jungs mussten zu knacken sein und was folgte war wohl eine der besten Leistungen des FC Randgruppe. Schnelle Paesse, schoenes Stellungsspiel, optimale Wechsel, Doppelpaesse und gezielte Schuesse hielten die Jungs von der Waschkueche zunaechst auf Distanz. Doch nach wenigen Minuten kam die Routine der Gegner zum Vorschein und nach einer herrlichen Kombination lagen wir leider mit 0:1 hinten. Nun kam uns eine gute Idee und wir machten Druck. Die Waschkueche hatte nicht mehr viel zu lachen, doch gegen den gigantischen Torwart war schlichtweg nichts zu machen. Gegen Ende prallte ein Distanzschuss am gegnerischen Torwart ab, der Verfehler konnte den Ball mit einer beinahe unmoeglichen Bewegung in die Luft fischen, dabei irgendwie ueber den nun liegenden Torwart springen und den Ball dabei sogar noch Richtung Tor druecken. Doch nun ja er verfehlte. Allerdings so knapp wie nie ein Mensch zuvor. Das Spiel endete schliesslich 0:1 und nachdem die Waschkuech Turniersieger wurde und kein einziges Spiel verlor, koennen wir mit dem 0:1 auch ganz gut leben. Leider erwiesen sich unsere Rechenkuenste spaeter als nicht existent (wozu studiert man eigentlich 11 Semester??) und wir mussten uns aufgrund der Tatsache, dass wir zwar genausoviele Punkte wie die anderen hatten, aber eben weniger Tore erzielt hatten (Was ist eigentlich aus dem guten alten Torverhaeltnis geworden?), mit dem Spiel um Platz 9 begnuegen. Zu unserem Trost standen wir als ungeschlagene Stimmungserzeuger ("Ihr seid nur ein Saunasportverein", "Go you man in pink" und diverse andere) bereits als moralische Sieger fest. Obwohl Gruppe A deutlich staerker war als unsere Gruppe, stuerzten wir uns voller Zuversicht ins Spiel um Platz 9.

vs. Vesuvio

Schnell war klar, hier wird uns nichts geschenkt. Doch mit hervorragender Wechselstrategie und schier endlosem Einsatz kassierten wir unser erstes Tor erst in der sechsten Minute. Jetzt hiess es kaempfen. Wir gaben alles und irgendwann machte es auch bei Martin klick. Er schnappte sich den Ball liess zwei/drei Vesuvianer aussteigen und semmelte den Ball unhaltbar ins gegnerische Tor. 1:1 unentschieden. Danach stand auch die Abwehr endlich wie ein Bollwerk und wir retteten das 1:1 ueber die Zeit. Es kam zum Siebenmeterschiessen. Da wir in weiser Vorraussicht bereits vor dem Spiel einige Siebenmeter geuebt hatten, standen die Schuetzen schnell fest. Die Vesuvianer erwiesen sich allerdings als nervenstarke Gegner und konnten knapp mit einem Treffer Vorsprung als Sieger aus dem Elfmeterschiessen gehen. Endstand 4:3. Die Ursache fuer unsere wirklich knappe Niederlage fand sich uebrigens spaeter in der Tatsache, dass Cantona schlichtweg Kopfweh vom vielen Kaffee trinken hatte. Nun ja wir waren zehnter, heimlicher moralischer Sieger und hatten nur drei Schwerverletzte zu beklagen. Was viele nicht wussten und erst bei der Siegerehrung erfahren sollten: Wir hatten noch einen unschlagbaren Trumpf im Aermel.

Siegerehrung

Bei der Siegerehrung bekamen wir nicht nur die verdiente Medallie, ein 8-Pack Distelhaeuser, eine denkwuerdige Urkunde und jede Menge Applaus aus den eigenen Reihen, sondern spielten gekonnt unseren besten Trumpf aus: Siggi. Als einzige am Turnier teilnehmende Frau erhielt sie zu Recht einen denkwuerdigen Extra-Preis, den ausser uns keiner einheimsen konnte. Nicht einmal die Jungs von der Waschkuech haben sowas tolles. In diesem Sinne, may the fussi be with us. Auf viele weitere Spiele und Turniere, den ein oder anderen Sieg und vor allem viel Spass beim Spielen...

im Auftrag

Binzi

Alle Fotos gibts hier...

...und so sieht unsere Urkunde aus

P.S.: Gute Besserung an den Torwart der Verstopfnix-Truppe.